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  • Roberto Bortoli

Preisverhandlungen

Cyberkriminelle (Teil 4)


An dieser Stelle geht es in den kommenden Wochen um Cyberkriminelle. Heute erfahren Sie, wieviel Geld Ransomware-Banden von Ihnen wollen und in welcher Währung Sie das bezahlen müssen.


Das Vorgehen der Cyberkriminelle

Wer etwas verkauft, was ein anderer dringend benötigt, der kann den Preis dafür praktisch frei bestimmen. Das gilt für Gas und Öl, aber auch für Ihre Daten – sobald sie von Hackern verschlüsselt und unbrauchbar gemacht wurden.

Wenn eine Firma stillsteht, weil die EDV stillsteht, dann herrscht im Management das Gegenteil von Stillstand: es herrscht Hektik, vielleicht sogar Panik. Das nutzen die Cyber-Kriminellen aus. Sie bieten in dieser Situation den letzten Strohhalm zur Rettung der Firma: die Wiederherstellung der Daten gegen Geld – zahlbar innerhalb von wenigen Tagen. Danach werden die Daten unwiederbringlich gelöscht.

Die Höhe des Lösegeldes orientiert sich an dem, was eine Firma gerade noch aufbringen kann, ohne Pleite zu gehen. Etwa 250.000 CHF sind laut Kriminalstatistik der Durchschnitt bei kleineren Unternehmen. Verhandeln ist oftmals auch möglich. Allerdings sollte man dabei achtsam sein. Eine russisches Hackerbande hat in einer „internen Dienstanweisung“ die Prämisse ausgegeben: Schachernde Rechtsanwälte zahlen immer den vollen Preis.

Da Banküberweisungen für Lösegeldzahlungen ungeeignet sind, muss in Bitcoin bezahlt werden, also einer digitalen Währung, die anonyme Überweisungen ermöglicht. Falls Sie sich damit nicht auskennen, erhalten Sie von Tätern eine detaillierte, bebilderte Anleitung und eine durchgängig erreichbare Chat-Hotline. Schließlich haben Sie es nicht mit ein paar räudigen Halunken zu tun, sondern mit gut organisierten kriminellen Strukturen, die ihr Kerngeschäft „Erpressung“ beherrschen und optimiert haben.

Übrigens: Die Polizei wird Ihnen immer raten, nicht zu bezahlen. Das muss sie. Sie darf gar nicht empfehlen, Verbrecher zu finanzieren. Unter der Hand erfährt man aber oft, dass das die einzige Möglichkeit ist, die Daten wiederzubekommen. Und während die Frist zur Zahlung langsam abläuft, fragen Sie sich, ob man das Problem nicht doch anders lösen kann. In dem man die Daten von einem Backup zurückspielt zum Beispiel. Gute Idee. Nur leider sind Ihnen die Verbrecher schon wieder einen Schritt voraus.

Was passiert, wenn Sie Lösegeld für Ihre eigenen Daten bezahlen, erfahren Sie in den kommenden Ausgaben. Und auch, was passiert, wenn Sie nicht bezahlen.


Soll es gar nicht so weit kommen? Buchen Sie einen unverbindlichen und kostenlosen Beratungstermin hier.

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